Die in Mainz zertifizierten Trainerinnen und Trainer von „Gemeinsam stark“: Sie bringen das Wissen zum Gewaltschutz nun als Trainer-Tandems in ihre Werkstätten in Rheinland-Pfalz.Caritasverband WWRL
Über 60 Trainerinnen und Trainer mit und ohne Beeinträchtigung aus ganz Rheinland-Pfalz haben ihre Ausbildung im Projekt "Gemeinsam stark" erfolgreich abgeschlossen. Nach drei mehrtägigen Fortbildungsblöcken erhielten sie ihre Zertifikate bei zwei feierlichen Übergaben in Mainz und Trier.
Die neuen Trainerinnen und Trainer können die Schulung "Gemeinsam stark" nun in ihren eigenen Werkstätten für Menschen mit Behinderung durchführen. Ziel ist es, Menschen zu stärken, Gewalt vorzubeugen und konkrete Hilfewege bekannt zu machen.
In der Schulung geht es um Fragen, die viele Menschen im Alltag beschäftigen: Was kann ich tun, wenn jemand meine Grenze überschreitet? Wie sage ich deutlich "Nein" oder "STOP"? Und an wen kann ich mich wenden, wenn ich Gewalt erlebe oder beobachte?
Gemeinsam stark in Mainz: Bei der Zertifikatsübergabe kamen das Entwicklungsteam des Schulungsprojekts, die Geschäftsführungen der Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn und der LAG Werkstatträte Rheinland-Pfalz sowie Landesbehindertenbeauftragte Ellen Kubica zusammen.Caritasverband WWRL
Entwickelt wurde "Gemeinsam stark" von den Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn und der Landesarbeitsgemeinschaft Werkstatträte Rheinland-Pfalz. Das Besondere: Die Schulung wurde nicht nur für Menschen mit Behinderung entwickelt, sondern gemeinsam mit ihnen. Werkstattbeschäftigte und Fachkräfte haben die Inhalte zusammen erarbeitet, erprobt und weiterentwickelt.
Auch die Umsetzung ist inklusiv angelegt. Die Schulungen werden von Trainer-Tandems durchgeführt. Dabei arbeiten Menschen mit Behinderung und Mitarbeitende gemeinsam als Trainerinnen und Trainer. Beide bringen ihre Erfahrungen ein und leiten die Schulung partnerschaftlich.
Dass Gewaltschutz in Werkstätten ein wichtiges Thema ist, zeigen aktuelle Forschungsergebnisse. In einer bundesweiten Untersuchung gaben 26 Prozent der befragten Werkstattbeschäftigten an, in den vergangenen drei Jahren sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erlebt zu haben. 33 Prozent berichteten von seelischer Gewalt, 14 Prozent von körperlicher Gewalt.
"Gewaltschutz funktioniert dann gut, wenn Menschen wissen: Meine Grenze zählt. Ich darf Nein sagen. Ich darf Hilfe holen. Und ich bin nicht allein", sagt Jana Müller von den Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn. "Mit ‚Gemeinsam stark‘ bringen wir dieses Wissen direkt in die Werkstätten - verständlich, inklusiv und nah am Alltag der Menschen."
Die Schulungsreihe besteht aus fünf Modulen. Darin geht es unter anderem darum, Gewalt zu erkennen, Hilfe zu finden, sich im Internet zu schützen und im Alltag selbstbewusst für die eigenen Grenzen einzustehen. Gearbeitet wird mit Bildern, Filmen, Übungen, Gesprächen und praktischen Beispielen.
Mit der Zertifizierung der ersten Trainer-Tandems ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Das Wissen aus dem Projekt wird nun in die Werkstätten in Rheinland-Pfalz weitergetragen. Dort soll es langfristig dazu beitragen, eine Kultur des Hinschauens, Handelns und Unterstützens zu fördern.
Bereits für Anfang 2027 ist eine weitere Ausbildungsrunde geplant. So sollen noch mehr Werkstätten die Möglichkeit erhalten, "Gemeinsam stark" vor Ort umzusetzen.
Kontakt für Rückfragen
- Jana Müller
Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn
Telefon: (02661) 98 56 19
E-Mail: jana.mueller@cw-wwrl.de
- Nadine Lukas
Landesarbeitsgemeinschaft Werkstatträte Rheinland-Pfalz
Telefon: (0160) 351 37 14
E-Mail: info@wir-fuer-uns-alle.de